Insider-Talks: 10 Fragen an

Insider Talks: 10 Fragen an Ines Fritz

Ines Fritz sitzt entspannt auf dem Parkettboden, neben ihr der Laptop

Ich liebe die Insider-Talks – weil die Gäste so inspirierend sind und ich so viel von ihnen lernen darf! Heute habe ich Ines Fritz aus Kärnten zu Gast. Sie ist Content-Marketing-Strategin, und diese Bezeichnung beschreibt sie perfekt: Sie liefert erstens großartigen Content zu Marketing-Themen und anderen Themen, und zweitens baut sie ihr Unternehmen und ihre 3 (!!!) Blogs absolut strategisch auf. Lies hier rein und lass dich von ihrer Geschichte und ihrer Vorgehensweise inspirieren!

1. Liebe Ines, stelle bitte dich und dein Unternehmen „Ines Fritz – Content Marketing & Blogs“ vor:

Seit wann gibt es dein Unternehmen?

Seit 2019, ich bin jetzt, 2023, also im fünften Jahr.

Was machst du?

Ich bin Content-Marketing-Strategin mit Schwerpunkt Blogs und Ratgeberseiten. Das heißt, ich helfe Unternehmerinnen dabei, wie sie mit einem Blog zu Aufträgen oder mehr Geld kommen.

Wo und wie arbeitest du?

Zu 100 % im Homeoffice. Ich hab’s mal mit einem Coworking-Space versucht, aber da geht mir schon allein durch die Anreise zu viel Energie flöten. Ich steh auf, mach mir meinen Kaffee, setze mich zum Laptop und arbeite drauf los.

Zum wie … also ich bin jedenfalls keine, die regelmäßige Arbeitszeiten hat, egal, wie ich versucht habe, diese umzusetzen.

Ich bin eine Sprinterin, die phasenweise viel wegarbeitet und dann brauche ich wieder eine lange Pause. Dementsprechend habe ich auch mein gesamtes Jahr in Deep-Work- und Ruhephasen unterteilt

Ines Fritz sitzt auf dem Parkettboden und arbeitet entspannt am Laptop
Arbeiten, wann und wo es passt: Ines Fritz im Homeoffice

2. Wie bist du auf die Idee für dein Unternehmen gekommen?

2016 hatte ich ein Karrierecoaching, weil ich nicht wusste, wo ich beruflich hinwollte. Ich wusste nur, dass ich mich für Frauen einsetzen und schreiben wollte. Meine Coachin hat mich auf die Idee mit dem Blog gebracht. Also hab ich in Teilzeit als Head of Marketing gearbeitet und daneben auf frauenmut.com gebloggt.

Das hat mir irgendwann nicht mehr gereicht und ich hab mich selbstständig gemacht. Anfangs war ich sehr breit aufgestellt. Ich hab im gesamten Online-Marketing-Bereich beraten und auch Social-Media-Trainings in Einrichtungen für Frauen gegeben.

Aber es hat sich herauskristallisiert, dass mein Herz für Content-Marketing und speziell für Blogs schlägt, und da bin ich schließlich gelandet.

Content-Marketing bedeutet, dass du durch nützliche Inhalte auf deiner Website oder Social-Media-Kanal Probleme von Leser:innen löst, damit gefunden und gebucht wirst, wenn jemand deine Hilfe braucht.

3. Was gefällt dir an deinem Job?

Zuerst einmal, dass ich komplett nach meinem Rhythmus und meiner „Bauart“ arbeiten kann. Wie gesagt, ich bin keine Frau, die ständig Energie hat. Ausschlafen ist für mich ganz wichtig. Und auch, dass ich viel Zeit mit mir alleine verbringen kann und sehr wenige Termine, E-Mails oder Telefonate habe.

Das sind die Basics, damit ich überhaupt erst einmal funktionieren kann.

Ines Fritz sitzt auf dem Parkettboden, daneben der Laptop, und schaut entspannt in die Kamera
Perfekt für Ines: Arbeiten im eigenen Rhythmus

Und dann kommen wir zum Erfüllenden: Wenn ich eine Kundin vor mir habe, die in die Sichtbarkeit gehen möchte, reden wir erst einmal lange, manchmal sogar Stunden. Meine Gabe ist es, dass ich Menschen schon in ihrer vollen Größe, ihr volles Potenzial, ihre Stärken, Fähigkeiten und Gaben sehe, bevor sie überhaupt erst einmal einen Schritt rausgemacht habe.

Und wenn dann der Moment kommt, an dem sie ihr Potenzial dann auch selbst erkennen und sich aus vollem Herzen entscheiden, das auch rauszutragen, das ist das Schönste an meiner Arbeit. Da sind schon Tränen geflossen auf beiden Seiten.

Ich denke, viele glauben, in meinem Job zeige ich Leuten ein bisschen was zum Bloggen.  Aber den Kern und das Wundervolle meiner Arbeit macht das aus, was ich grad beschrieben habe.

4. Wie hast du es geschafft, dass du mit deinem Unternehmen sichtbar geworden bist?

Ich war schon gut vernetzt und sichtbar, bevor ich gegründet habe. Das heißt meine ersten Aufträge habe ich durch das persönliche Netzwerk bekommen. Ich bin nicht von einer Netzwerkveranstaltung zur nächsten getingelt. Bei mir hat’s damit angefangen, dass ich jahrelang ehrenamtlich für wohltätige Zwecke gearbeitet und so viele Leute kennengelernt habe. Ich hab immer mehr gegeben, als ich genommen hab, bin immer die Extrameile gegangen. Ich weiß aber nicht, ob ich das heute noch uneingeschränkt so empfehlen würde.

Online war die Sache mit der Sichtbarkeit ganz simpel: Ich hab Blogartikel geschrieben, die wirklich Probleme lösen oder welche, die es so noch nicht gegeben hat. Einzelne meiner Blogartikel haben über hunderttausende Aufrufe, insgesamt sind sie ein paar Millionen Mal gelesen worden. Durch Blogartikel und Themen sind Kundinnen und Kunden auf mich aufmerksam geworden und es sind Zusammenarbeiten mit renommierten Einrichtungen entstanden.

5. Welche Rolle spielen deine Blogs für dein Unternehmen?

Die Hauptrolle!

Hätte ich nicht mit dem Bloggen angefangen, wäre ich erstens nie selbstständig geworden.

Zweitens bekomme ich durch meine Blogs frauenmut, Frauen verstehen und Ines Fritz – Content Marketing & Bloggen nicht nur einen Großteil meiner Kunden, meine Blogartikel zahlen mir auch meine Miete durch passives Einkommen.

Plus: Meine Blogs belegen meinen Erfolg. Ich bin deshalb ein guter Blogcoach, weil ich alles selbst durchgemacht und ausprobiert habe, was ich anderen beibringe. Ich hab nicht nur einfach angelesenes Wissen, dass ich weitergebe. Ich weiß auch, welche Stellschrauben zu drehen sind, damit Aufträge kommen oder mehr Geld reinfließt.

Ines Fritz sitzt im Business-Look auf dem Sofa und arbeitet am PC
Mit Blogs sichtbar werden und Aufträge bekommen? Das geht!

6. Wie oft und wie regelmäßig bloggst du?

Oje!

Ich sag immer, ich bin der weibliche George R. R. Martin. Das ist der Autor von Game of Thrones, der noch immer an den Büchern schreibt, obwohl die Serie längst abgedreht ist.

Also ich schreibe vielleicht fünf bis zehn Blogartikel im Jahr für alle drei Blogs zusammen, ich hab tausend Ideen. So gut ich in Strategie und Optimierung bin, so schlecht bin ich dafür in der Umsetzung. Aber gut, damit hab ich mich mittlerweile mehr oder weniger abgefunden.

Ich finde es bei Blogs am wichtigsten, eine Wissensbasis zu schaffen und diese dann laufend zu aktualisieren und nicht unbedingt, wöchentlich einen Artikel rauszuhauen. Das geht natürlich vorwiegend mit Evergreen-Themen.

Trotzdem: Ich will wieder mehr schreiben, weil ich es eigentlich liebe, aber durch meinen eigenen Optimierungswahn im Business die Lust am Schreiben verloren habe. Durch Deep Blogging versuche ich da Schritt für Schritt wieder reinzufinden, und auch mit meinen Kundinnen praktiziere ich diese Methode.

Und liebe Eva, du hast mich durch unsere Gespräche dazu auch wieder voll motiviert! 😊

7. Wie groß ist der Zeitaufwand für deine Blogs?

Schwer zu sagen. Ich denke, ich arbeite so zehn bis zwanzig Stunden pro Monat für alle meine Blogs zusammen.

8. Wie wichtig sind Blogartikel für den Erfolg deines Unternehmens?

Sehr wichtig. Ich wüsste eigentlich gar nicht, wie ich sonst zu Kundinnen kommen soll.

Ich habe nach wie vor Aufträge, die durch mein persönliches Netzwerk entstehen, aber die buchen mich ja auch nur deshalb, weil ich Blogs habe.

Auf Instagram kann man ja viel erzählen, wenn der Tag lang ist. Aber ein Blog beweist nochmal ganz anders die Expertise.

Wie schon erwähnt, sind gute Blogartikel für mich wichtig, weil sie mir ja bares Geld bringen.

Mit meinem Blog Frauen verstehen habe ich zum Beispiel bisher an die 15.000 Euro verdient. Das ist vielleicht für viele nicht die Welt aber ich hab auch „nur“ 40 Artikel online, und für das Einkommen muss ich außer ein paar Aktualisierungen nicht so viel tun, weil es passiv ist, durch Affiliate-Marketing.

Und dann sind Blogartikel noch wichtig, weil man sich langfristig damit ja auch positioniert und gefunden wird. Man kann sich praktisch selbst aussuchen, wie man von außen auf andere wirkt, das vergessen leider sehr viele.

Das ist aber auch nichts, was einmal gemacht wird und dann für immer erledigt ist. Ich hab diesbezüglich auch noch viel Arbeit vor mir.

9. Welche Tipps würdest du jemandem geben, der gerade damit beginnt, ein Business im Online-Bereich aufzubauen?

Einerseits realistisch bleiben, andererseits groß denken!

Ich würde auf jeden Fall empfehlen, sich finanziell abzusichern, damit man sich ein, zwei Jahre dem Businessaufbau widmen kann und nicht auf Biegen und Brechen Aufträge an Land ziehen muss. Also, entweder im Teilzeitjob bleiben oder sich ein bisschen was ansparen.

Und dann ist es wichtig, die eigenen Hausaufgaben zu machen und die richtigen Prioritäten zu setzen. Lern erst einmal deine potenziellen Kundinnen kennen, bevor du Woche für Woche einen Blogartikel oder Instapost auf Krampf raushaust. Das vergessen auch viel zu viele. Die arbeiten einfach ihre Aufgaben ab, aber denken nicht drüber nach, was von ihnen wirklich gebraucht wird.  

Der für mich wichtigste Punkt, den ich immer wieder gebetsmühlenartig wiederhole: Du musst kontrollieren, ob dir deine Marketingaktivitäten auch was bringen!

Wenn du professionelles Content-Marketing machen und bloggen willst, brauchst du eine funktionierende Blogstrategie und musst die richtigen Themen behandeln! Ein Blog im Sinne des Content-Marketing ist keine PR-Geschichte – das kann natürlich ein netter Nebeneffekt sein.

Das heißt: Regelmäßig die Analytics checken und rausrechnen, ob die Einnahmen dem eingesetzten Zeitaufwand gerecht werden.

Also klar, man wird in den ersten ein, zwei Jahren eher nicht rentabel bloggen. Aber wenn ein Blog mit der Zeit nicht genug Geld oder Aufträge bringt, ist er einfach nur ein Hobby!

Ines Fritz arbeitet am PC
Ines Fritz: „Wenn ein Blog nicht genug Geld oder Aufträge bringt, ist er einfach nur ein Hobby!“

10. Willst du sonst noch etwas loswerden? Nur zu!

Ja. Wenn du das hier liest, egal, ob du gerade gründest oder schon lange im Business bist: Trau dich, dein Ding zu machen und authentisch zu bleiben.

Lerne, damit zu leben, dass dich andere blöd, eingebildet, zurückhaltend, komisch, laut oder leise finden und verbieg dich nicht, um eine Rolle zu spielen, die du einfach nicht bist.

Lass dich inspirieren, aber kopiere nicht das Business von anderen.

Halt immer wieder inne und spür in dich hinein, ob das Input, dass du von anderen bekommst, für dich auch gut anfühlt und mit deinen Werten übereinstimmt.

Damit wirst du vielleicht nicht reich über Nacht – oder vielleicht doch! – aber wesentlich glücklicher.

Du willst mehr von Ines Fritz lesen? Du findest sie hier:

Danke für das schöne und erfrischend ehrliche Interview, Ines!

Ich bin immer wieder beeindruckt von deiner strategischen Herangehensweise ans Bloggen – und davon, dass du gleich 3 Blogs hast und über diese Blogs ein ordentliches passives Einkommen findest. Das ist einfach nur wow!

Für mich bist du Beweis und Ansporn zugleich: Es geht also, man kann vom Bloggen leben. Und das, ohne auszubrennen 🙂 !

Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg, Freude und Leichtigkeit mit deinem Unternehmen und deinen Blogs!

Dich interessiert, wie andere Unternehmer*innen einen Blog für ihr Business nutzen? Lies hier rein:

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