Strategie

Online-Adventskalender: Rückblick, Ergebnisse, Learnings

Online-Adventskalender, Eva Dragosits

Hurra, Jubel: Wir starten mit neuer Energie und Frische ins Jahr 2022! Das alte Jahr ist Geschichte – und damit auch die große Adventskalender-Schwemme vom Dezember 21. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um meinen eigenen digitalen Adventskalender auszuwerten und über die Ergebnisse und Learnings nachzudenken. Vielleicht helfen dir meine Überlegungen ja bei deinen eigenen Plänen!

Online-Adventskalender: Nie geplant – und trotzdem gemacht

Ein Online-Adventskalender ist bei mir nie auf dem Plan gestanden. Der ist mir einfach passiert: Ich habe im Herbst bei einer Online-Weiterbildung von Funnel Fox teilgenommen. Ulli Anderwald von Blaupause war auch dabei: Sie wollte ihre Adventskalender-Challenge mit Facebook Ads bewerben. Darin sollte es darum gehen, wie man Online-Adventskalender plant und umsetzt. Ihren super-informativen Blogbeitrag dazu findest du hier, Online-Adventskalender erstellen.

Ullis Adventskalender-Challenge war jedenfalls in kürzester Zeit überall sichtbar. Facebook und Instagram haben mich mit Werbung bombardiert, dazu kamen Ullis Posts in meinem Facebook-Feed und im Instagram-Feed. Und ihre Posts in der Online-Weiterbildung.

Immer mehr Personen in meinem Umfeld haben sich angemeldet. „Hast du schon von der Adventskalender-Challenge gehört?“; „Bist du auch dabei bei der Challenge?“; „Machst du auch einen Adventskalender?“ In meiner kleinen Online-Bubble war Ullis Challenge eines der häufigsten Small-Talk-Themen im November. Neben Corona natürlich.

Mit der Zeit hat es sich angefühlt, als gibt es kein Entrinnen. Man musste einfach mitmachen, um dabei zu sein und nichts zu versäumen und überhaupt.

Beispielbild für Blogpost Online-Adventskalender, Eva Dragosits, Texterin

Irgendwann war ich weichgekocht und habe gebucht. Ich muss sagen: Wie Ulli ihre Adventskalender-Challenge beworben hat, das war ganz großes Kino. Ein tolles Beispiel für gelungenes Online-Marketing.

Online-Adventskalender: Meine Gründe dafür

Ich habe also bei der Adventskalender Challenge mitgemacht und mir überlegt, ob ich einen Adventskalender machen sollte. Drei Fragen waren ausschlaggebend für meine Entscheidung:

1. Will ich überhaupt einen Online-Adventskalender machen?

Das war die Grundsatzfrage. Will ich das überhaupt?!? Ich musste ja nicht. Ein Adventskalender bedeutete Arbeit!

Trotzdem hat mein Bauchgefühl „Ja“ gesagt. Ich hatte einfach Bock darauf. Das klang nach Spaß.

2. Was bringt mir ein Adventskalender?

An dieser Stelle ist meine Neugier ins Spiel gekommen: Mich hat interessiert, wie sich regelmäßige Facebook- und Insta-Posts auf meine Reichweite auswirken. Das wollte ich mal testen.

Dazu kam eine pragmatische Überlegung: Viele meiner Newsletter-Abonnent*innen folgen mir (noch) nicht auf Facebook und/oder Instagram. Vielleicht würde ich ja mit dem Adventskalender ein paar Newsletter-Abonnent*innen zu Facebook- oder Instagram-Followern machen können?

Beispielbild für Blogpost Online-Adventskalender
Brauche ich einen Adventskalender?!?

3. Was möchte ich mit einem Online-Adventskalender erreichen? Was ist mein Ziel?

Die Antwort auf diese Frage war letztendlich entscheidend dafür, dass ich den Adventskalender umgesetzt habe. Die Ziele, die die anderen Teilnehmer*innen hatten, waren definitiv nicht meine Ziele: Ich wollte mit dem Online-Adventskalender nicht meinen Umsatz erhöhen, mehr Newsletter-Abonnent*innen bekommen oder neue Kund*innen anlocken.

Meine Motivation war eine andere: Ich war seit August kaum mehr auf Facebook und Instagram aktiv. Ein Online-Adventskalender war eine gute Gelegenheit, um unauffällig aus der digitalen Versenkung aufzutauchen. Ich wollte mich zurückmelden und wieder sichtbar werden, das war mein Ziel.

Online-Adventskalender: Der Ablauf

„Richtige“ Online-Adventskalender finden auf Webseiten statt: Die Teilnehmer*innen geben den Veranstalter*innen ihre E-Mail-Adresse und bekommen dann Zugang zum Online-Adventskalender. Die Beiträge können spezielle Posts, Videos oder Gewinnspiele sein. Manchmal werden die Beiträge nach bestimmter Zeit wieder vom Netz genommen, manchmal bleiben sie bestehen. Manchmal gibt es täglich einen Beitrag, manchmal nur jeden Sonntag. Das ist ganz individuell.

Bei dieser Vorgehensweise ist natürlich der Hintergedanke, dass man damit neue Newsletter-Abonnent*innen gewinnt. Der Online-Adventskalender bringt dann nachhaltig etwas fürs Business.

Ich kenne solche Online-Adventskalender von den Foodblogger*innen. Dort läuft das in der Regel so ab, dass eine Foodbloggerin oder ein Foodblogger auf der eigenen Webseite täglich Rezepte und Beiträge von anderen Blogger*innen veröffentlicht, und natürlich auch eigene Beiträge.

Vor einigen Jahren war mit meinen Zimtsternen beim Adventkalender von Sugarprincess dabei. Deshalb weiß ich, wie groß der Aufwand für so einen täglichen Online-Adventskalender ist: Die Veranstalter*innen fragen schon im Sommer bei verschiedenen Blogger*innen an; denken sich Themen aus; überlegen sich, wie sie alles präsentieren und wie sie Double Content vermeiden; organisieren Gewinnspiele und Kooperationen mit Unternehmen; sammeln die Rezepte und die Bilder; müssen oft genug nachfassen und nachfragen, damit sie die Rezepte und Bilder zeitgerecht bekommen; pflegen alles ein; übernehmen die Verlosungen und organisieren die Zusendung der Gewinnspiele. Da ist wirklich viel zu tun.

Mir war klar, dass dieser Ansatz nichts für mich war. Im November 21 war mein Energie-Level niedrig. Tägliche E-Mails und komplizierte Technik würde ich nicht stemmen können. Außerdem war mein Ziel ja, mich wieder auf Social Media zu zeigen. Dafür brauchte es keinen solchen Aufwand. Das musste einfacher gehen!

Screenshot des Online-Adventskalenders 21 auf Insta-Profil von eva-dragosits-texte
Mein Instagram-Feed Anfang Dezember 21

Also habe ich mich bewusst für eine sehr reduzierte Adventskalender-Version entschieden, ohne E-Mail-Anmeldung: Tägliche Posts auf Facebook und Instagram, die würde ich hinbekommen. Frei zugänglich für alle die sie lesen wollten.

Inhaltlich habe ich mich auf Erklärungen zu verschiedenen Begriffen aus SEO und dem Online-Business festgelegt. Gemischt mit drei Fun Facts zu mir und drei Gewinnspielen. Damit ein bisschen Abwechslung und Spannung in die Sache kommt.

Bei den Gewinnspielen habe ich mich übrigens nicht an die Regeln gehalten: Eigentlich sollten die Gewinne etwas mit dem eigenen Business zu tun haben. Das klingt logisch – sonst machen ja Gewinn-Jäger*innen mit und nicht Leute, die an meinen Themen interessiert sind und potenzielle Kund*innen sind.

Nur hatte ich gerade null Lust auf Verlosungen von Text-Coachings oder Online-Kursen. Der Hauptpreis würde ein Text-Coaching sein, das schon. Aber als kleine Gewinne vorher gab es Schokolade. Nicht regelkonform, aber lecker!

Blogpost Online-Adventskalender: Eva Dragosits, Texterin, Wels

Die Umsetzung dieses Online-Kalenders war einfach: Ich habe alle Begriffe und Posts in einem Word-Dokument vorbereitet und in der Business Suite für die jeweils nächste Woche vorgeplant. Ganz wichtig war für mich, dass auch der Montag vorbereitet war: Montags ist bei mir immer so viel los, dass ich froh war, wenn ich mir keinen Kopf über Adventskalender-Posts machen musste.

Der Arbeitsaufwand bei Betreuung des Adventskalenders ließ sich gut bewältigen; trotz Energie-Mangel. Ich habe mehrmals täglich die Kommentare gelesen und darauf geantwortet. Das hat sich nicht nach Arbeit angefühlt, sondern hat Spaß gemacht.

Online-Adventskalender: Die Ergebnisse

Reichweite

Die Reichweite hat sich in etwa so entwickelt, wie ich es erwartet habe: Nach meiner langen Social Media Pause haben sich die Algorithmen zunächst sehr darüber gefreut, dass ich wieder aktiv war. In den ersten Tagen waren die Zugriffe aus meiner Sicht gut.

Nach den ersten Tagen mit regelmäßigen Posts und Kommentaren ist das passiert, was ich schon oft beobachtet habe: Wenn FB und Instagram eine regelmäßige Tätigkeit und steigende Zahlen bemerken, sinken die Zugriffe. Je aktiver man wird, desto weniger Reichweite bekommt man. Vor allem bei Facebook konnte ich das beobachten. Instagram hatte weniger Schwankungen.

Zahlen für Online-Adventskalender Eva Dragosits
Gut angefangen – und dann stark nachgelassen. Zumindest auf Facebook; Instagram blieb stabiler.

Mittlerweile bin ich darauf vorbereitet, dass die Reichweite sinkt. Deshalb ist mir das auch egal. Zumindest bei solchen Spaß-Aktionen wie diesem Online-Adventskalender.

Vielleicht sind die Zugriffe aber auch gar nicht wegen der Algorithmen gesunken: Im Dezember war bei Webseiten und Blogs viel los, die Konkurrenz war groß. Möglicherweise waren meine Inhalte nicht spannend genug.

Oder vielleicht hatten auch nach der ersten Adventskalender-Euphorie alle die Nase voll von Adventskalendern und Gewinnspielen!

Seitenaufrufe und Profilaufrufe

Hier zeige ich dir die Seitenaufrufe auf Facebook und Profilaufrufe auf Instagram im November und Dezember 21. Die Aufrufe sind im Dezember etwas höher als im November. Auf Facebook hat sich weniger getan als auf Instagram. Dort hat sich das regelmäßige Posten stärker ausgewirkt.

Screenshot Online Adventskalender Seitenaufrufe Nov Dez 21
Zahlen für Online-Adventskalender Eva Dragosits
Die Seitenaufrufe sind gegenüber den vorigen Monaten deutlich gestiegen, vor allem bei Instagram.

Follower

Hier siehst du die Zahl der neuen Follower. Erneut sind die Ergebnisse bei Instagram besser als bei Facebook:

Zahlen für Online-Adventskalender Eva Dragosits
Auch neue Follower sind dazugekommen. Wiederum ist das Ergebnis bei Instagram besser als bei Facebook.

Ob ich es geschafft habe, Newsletter-Abonnent*innen zu Followern zu machen? Ich weiß es nicht. Sagen wir mal so: Der Online-Adventskalender war ein guter Anlass, um unter meinen Instagram-Followern aufzuräumen und amerikanische Militärärzte und Testosteron-strotzende Muskelmänner zu entfernen.

Aber mal abgesehen von den Zahlen: Ich war mit dem Adventskalender absolut zufrieden. Mein Ziel war ja, wieder sichtbar zu werden. Und das ist mir gelungen.

Online-Adventskalender: Meine Learnings

Ich habe aus dem Online-Adventskalender vieles mitgenommen:

  • Ein Mega-Learning für mich war, wie wichtig der Call-to-Action ist, die Handlungsaufforderung am Schluss eines Posts. Ich predige meinen Kund*innen zwar immer wieder, dass sie solche CTAs schreiben sollen, war bisher aber selber nachlässig damit.
    Diesmal habe ich bewusst und konsequent am Ende jedes Posts Fragen an meine Leser*innen gestellt. Und siehe da, es hat funktioniert! Die Leser*innnen haben tatsächlich brav auf die gestellten Fragen geantwortet.
    Dabei bin ich mir manchmal doof vorgekommen, wenn ich die CTA-Fragen in die Tastatur gehämmert habe. Für mich waren diese Fragen sooo offensichtlich, die musste ich doch nicht extra stellen! Tja, was soll ich sagen – musste ich doch. Es macht tatsächlich einen großen Unterschied.
  • Die Themen SEO und Online-Marketing sind für viele Online-Business-Menschen sehr wichtig. Mir ist bewusst geworden, dass mein Wissen in diesen Bereichen einen Wert hat.
  • Der Austausch mit den Leser*innen war super und hat mir getaugt. Das hat richtig Spaß gemacht! Ich habe viel über ihre Themen und Bedürfnisse erfahren, teilweise waren auch persönliche Informationen dabei. Das war schön.
  • Richtig gefreut habe ich mich darüber, wer kommentiert hat: Da waren alte Bekannte dabei, aber auch einige Leute, die ich nicht gekannt habe. Keine Ahnung, wie und wo sie auf mich gekommen sind. Das war unerwartet. Ich fand es super!
  • Die Abwechslung zwischen Expertenwissen, Fun Facts und Gewinnspiele war eine gute Idee. Ein rein fachlicher Kalender wäre langweilig gewesen.
  • Auch gut zu wissen: Gewinnspiele kommen gut an. Egal, ob es um Schokolade oder Text-Coachings geht .
  • Ein letztes Learning: Ich bin auf Instagram weniger aktiv als auf Facebook. Trotzdem gab es auf Instagram mehr Kommentare als auf Facebook. Generell waren die Zahlen auf Instagram besser als auf Facebook. Bei genau demselben Aufwand meinerseits und identischen Posts. Das hat mich überrascht. Ich sollte wohl meine Aktivitäten mehr auf Instagram verlagern!

Mein Fazit

Insgesamt hat der Online-Adventskalender unerwartet viel Spaß gemacht. Mein Ziel habe ich erreicht: Ich habe mich damit zurückgemeldet. Außerdem habe ich meine Community besser kennengelernt. Passt für mich!

Ob ich dieses Jahr wieder einen Online-Adventskalender machen werde? Ich weiß es noch nicht. Es ist viel zu früh, um das jetzt schon sagen zu können. Aber wenn mir eine gute Idee kommt, wieso nicht!

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4 Kommentare Neuen Kommentar hinzufügen

  1. Dagmar sagt:

    Liebe Eva,
    danke für diesen Rückblick, der ein bisschen anders ist als all die Rückblicke, die es parallel zu den letzten Kalendertürchen gab. 😉 Deine Ergebnisse finde ich interessant, v.a., dass insta besser lief als FB. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, deine Einträge zu lesen, und wenn nur, um zu merken, wie viel ich nach unserem gemeinsamen letzten Jahr weiß. Mir hat gut gefallen, wie du es aufgezogen hast. Ich hatte auch überlegt, einen anzubieten und bin dann davon abgekommen, weil ich keinen Nerv auf den Aufwand hatte. Er wäre aber auch ähnlich gewesen – mit täglichen Insta-Türchen. Dein Fazit motiviert mich, es mir vielleicht doch auf meine Want-to-do-Liste im nächsten Jahr zu setzen. Danke dafür 🙂

    1. Eva Dragosits sagt:

      Liebe Dagmar,
      danke für deinen Kommentar und deine netten Worte zu meinem Adventskalender 🙂 ! Und die vielen Kommentare, die du dort hinterlassen hast 🙏🏻. Instagram lief tatsächlich so viel besser als Facebook, dass ich noch gar nicht weiß, was ich mit dieser Information anfangen soll 😅. Die Zahlen waren besser, und es gab dort viel mehr Kommentare als auf Facebook. Ein Tipp, falls du selber so einen Adventskalender planst: Ich glaube, man muss bei den Erwartungen auf dem Boden bleiben und es nehmen, wie es kommt. Dann macht es Spaß 🙂 !
      Liebe Grüße, Eva

  2. Andrea sagt:

    Liebe Eva! Danke für die gute und übersichtliche Rückschau und „Analyse“. Ich weiß zu schätzen, wie viel Arbeit da reinfließt, damit das Wissen in die Welt verteilt wird 🙂 Es ist gut, verschiedene Erfahrungs-Askpete und die Entstehungsgeschichte/n zu lesen. Einerseits als Motivation für eigene Vorhaben, andererseits aus Interesse daran, wie es andere machen. Liebe Grüße und ein wundervolles neues Jahr! Andrea

    1. Eva Dragosits sagt:

      Liebe Andrea,
      danke für dieses schöne Feedback! Ja, ein Blog ist viel Arbeit. Der Artikel und die Analyse haben mir aber auch selber geholfen 🙂 . Ob ich nochmals so einen Adventskalender mache, weiß ich noch nicht; aber dieser Rückblick ist eine gute Entscheidungsgrundlage.
      Liebe Grüße und alles Gute für 2022!
      Eva

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