Business Talks: 10 Fragen

Business Talks: 10 Fragen an Nicole Werner, Datenschutz für Selbständige & kleine Unternehmen

Nicole Werner in einer Hotellobby

Meine heutige Interview-Partnerin Nicole Werner liebt Datenschutz. So sehr, dass sie als Datenschutzbeauftragte nun Soloselbständige und kleine Unternehmen bei diesem komplexen Thema unterstützt. Lies rein in das Interview und finde heraus, warum Datenschutz für Nicole so wichtig ist, wie sie auf die Idee für ihr Unternehmen gekommen ist, und welche Rolle ihr Blog für ihr Online-Unternehmen spielt!

1. Liebe Nicole, stelle bitte dich und dein Unternehmen kurz vor!

Als Datenschutzbeauftragte berate ich Soloselbstständige und kleine Unternehmen in Fragen des Datenschutzes, der IT-Sicherheit-Basics und des verantwortungsvollen Einsatzes von KI-Tools.

Mir ist es wichtig, dass jede Person die Kontrolle über seine eigenen Daten behält. Deshalb setze ich mich für mehr Transparenz ein, damit wir nachvollziehen können, was mit unseren persönlichen Daten geschieht. Als Unternehmerin habe ich auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Mit meiner Arbeit möchte ich dazu beitragen, dass wir alle – Wirtschaft, Politik und Verbraucher – einen gemeinsamen und fairen Umgang mit Daten finden. Durch Wissensvermittlung und Aufklärung über datenschutzrechtliche Themen kann ich dafür sensibilisieren.

2. Wie bist du auf die Idee für dein Unternehmen gekommen?

Die Idee zu meinem Unternehmen entstand aus meiner vorherigen Tätigkeit als geschäftsführende Gesellschafterin eines Automatisierungsunternehmens. Als 2018 die Datenschutzgrundverordnung in Kraft trat, war ich für die datenschutzrechtliche Umsetzung verantwortlich. Das war eine große Herausforderung für unser kleines Unternehmen mit 20 Mitarbeitern!

Nachdem wir die Anforderungen aber erfolgreich umgesetzt haben, habe ich eine gewisse Leidenschaft für Datenschutzthemen entwickelt. Nach dem Verkauf unseres Unternehmens Ende 2020 habe ich mich wieder selbstständig gemacht und festgestellt, dass gerade bei Kleinstunternehmen und Selbstständigen ein großer Beratungsbedarf besteht.

Je mehr ich mich in die Themen eingearbeitet habe, desto schockierter war ich über die zahlreichen Datenpannen und den sorglosen Umgang mit persönlichen Informationen. Ich beschloss, mich ganz auf die Datenschutzberatung zu konzentrieren, um genau diese Zielgruppe der Soloselbständigen und Kleinstunternehmen bei den Herausforderungen zu unterstützen.

3. Was gefällt dir an deinem Job?

An meiner Tätigkeit als Datenschutzbeauftragte schätze ich besonders die fachliche Herausforderung und die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Themen des Datenschutzes sind so vielfältig und berühren so viele Bereiche wie IT-Sicherheit, KI oder Digitalisierung. Ich liebe es, mich auf dem Laufenden zu halten und mein Wissen stetig auszubauen!

Außerdem gebe ich mein Wissen gerne an andere weiter – sei es durch Blogbeiträge, Vorträge oder meinen Newsletter. Und ich genieße es, einen konkreten Einfluss darauf zu haben, die Daten anderer Menschen und Unternehmen sicherer zu machen.

Nicht zuletzt bietet mir die Selbstständigkeit ein hohes Maß an Flexibilität und Freiheit. Ich entscheide selbst, wann, wo und für wen ich arbeite. Das ist ein unschätzbarer Vorteil.

4. Wie hast du es geschafft, dass du mit deinem Unternehmen sichtbar geworden bist?

Um meine Sichtbarkeit zu erhöhen, setze ich einerseits auf Inhalte: Mein Blog liefert viele Beiträge rund um DatenschutzIT-Sicherheit und KI. Bei Google werde ich mit über 2.800 Keywords gefunden (Stand November 2023).

Mindestens genauso wertvoll ist aber der persönliche Austausch, zum Beispiel auf Netzwerkveranstaltungen, Barcamps oder durch Kooperationen mit Kolleginnen und Kollegen.

Außerdem versuche ich über meinen Newsletter und Social Media meine Zielgruppe direkt anzusprechen. Der größte Hebel ist aber definitiv die persönliche Begegnung mit meiner Zielgruppe.

Nicole Werner lächelt entspannt in die Kamera
NIcole Werner, Datenschutz für Soloselbständige und kleine Unternehmen (Fotocredits Philine Bach)

5. Welche Rolle spielt dein Blog für dein Unternehmen? Was bringt er dir?

Mein Blog spielt in mehrfacher Hinsicht eine wichtige Rolle. Zum einen dient er der Wissensvermittlung und meiner Positionierung als Ansprechpartnerin für Datenschutzfragen. Gerade wenn ich jemanden auf einer Veranstaltung treffe, informiert er sich anschließend auf meiner Website und in meinem Blog. Durch den Blog schaffe ich Vertrauen und baue meine Reputation auf.

Zum anderen generiert mein Blog immer wieder ganz konkrete Kundenanfragen und Aufträge für mich. Viele meiner Artikel beantworten typische Fragen zu Datenschutz & Co., sodass ich Interessierten einfach konkrete Blogbeiträge empfehlen kann.

Nicht zuletzt hilft mir das Schreiben, mein eigenes Wissen zu vertiefen und meine Gedanken klar zu strukturieren. Inhaltlich bringt mir der Blog also auch persönlich viel.

6. Wie oft und wie regelmäßig bloggst du?

Mein Ziel ist es, zwei bis drei Artikel pro Woche zu schreiben, aber wenn ich auf die letzten drei Monate zurückblicke, sind es durchschnittlich sieben Artikel pro Monat, also ein bis zwei pro Woche. Das hängt auch immer ein bisschen von anderen Projekten ab.

Wenn ich etwa einen Adventskalender oder ein neues Goodie wie einen E-Mail-Kurs vorbereite, bleibt weniger Zeit zum Schreiben. Grundsätzlich würde ich aber gerne noch öfter bloggen und auch mal ein Thema über mehrere Wochen am Stück aufgreifen.

7. Wie groß ist der Zeitaufwand für deine Blogartikel?

Die Zeit, die ich in einen Blogartikel investiere, variiert stark – je nach Länge, Komplexität und Rechercheaufwand. Kürzere Übersichtsartikel schreibe ich in 1–2 Stunden.

Umfangreichere Artikel mit tiefergehender Recherche können aber durchaus 6–8 Stunden oder mehr in Anspruch nehmen.

Früher hat mich das Schreiben mehr Zeit gekostet. Inzwischen verwende ich aber verschiedene Tools wie ChatGPT, Claude, DeepL Write und LanguageTool, die mir helfen, effizienter und strukturierter zu schreiben. Das hat meine Schreibroutine deutlich beschleunigt. Trotzdem steckt immer noch viel Herzblut in meinen Artikeln.

8. Wie wichtig sind Blogartikel für den Erfolg deines Unternehmens?

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole 🙃: Meine Blogbeiträge sind das Fundament und damit absolut unverzichtbar für den Erfolg meines Unternehmens. Sie machen mein Angebot und mich sichtbar und lassen meinen Bekanntheitsgrad wachsen.

Zudem sind die Artikel meine Visitenkarte und geben meinen Lesern einen ersten Eindruck von meiner Expertise. So führen die Artikel immer wieder zu Kundenanfragen.

Nicht zuletzt sind die Recherchen zu den Beiträgen auch für meine eigene Weiterbildung sehr wertvoll. Insofern sind die Blogbeiträge in jeder Hinsicht entscheidend für meinen Unternehmenserfolg.

9. Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der gerade damit beginnt, ein Business im Online-Bereich aufzubauen bzw. online sichtbar werden zu wollen?

Meine drei wichtigsten Tipps für den Start ins Online-Business bzw. für die digitale Sichtbarkeit sind:

  1. Sei geduldig! Es braucht Zeit, um online sichtbar zu werden. Konzentriere dich auf dein Spezialgebiet ohne schnelle Themenwechsel.
  2. Starte früh mit eigenen Inhalten, zum Beispiel mit einem Blog. Zeig Interessierten von Anfang an, wofür du stehst und was du kannst. Ergänze dies durch einen Newsletter.
  3. Probiere verschiedene Marketingmaßnahmen aus, aber gib jeder einzelnen Zeit, ihre Wirkung zu entfalten. Es gibt nicht den einen Königsweg – finde den richtigen Mix.

Und das Wichtigste: Bleib authentisch, sei du selbst und gehe mit Begeisterung deinen eigenen Weg!

10. Willst du sonst noch etwas loswerden? Nur zu!

Ich weiß – gerade für Einsteiger kann Datenschutz oft wie ein Buch mit sieben Siegeln erscheinen. Aber du solltest das Thema nicht auf die lange Bank schieben, auch wenn du das Gefühl hast, dass es dir besonders zu Beginn über den Kopf wächst.

Um den Einstieg zu erleichtern, biete ich praktische Hilfen wie meinen Mini-E-Mail-Kurs zu Datenschutzhinweisen, den Adventskalender oder meinen Newsletter an. Sie bieten eine erste Orientierung. Und wenn du mehr über meine Motivation zum Schreiben erfahren möchtest, findest du auf meiner Website einen Blogbeitrag dazu.

Also einfach mal ausprobieren! Denn je früher du startest, dich mit deinen Daten zu beschäftigen, desto leichter gelingt auch der Datenschutz.

Fotocredits: Philine Bach

Vielen Dank für das schöne und informative Interview, Nicole!

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